Whatever you lost, wasn’t yours…

Meine liebe Katha,

vor ein paar Tagen bin ich wieder in Köln gelandet… Ein Monat Insel liegt hinter mir, Arbeit unter Palmen, wie man so schön sagt… Ein bisschen ist das immer so, als ob das Leben zuhause auf Stand By steht, als ob alles in einer Warteschleife hängt und man in einer Art Wurmloch eine andere Zeitebene beackert. Eine Parallel-Realität, irgendwie Klassenfahrt, irgendwie Job. Jetzt heißt es langsam wieder rein kommen, in dieses Winter-Ding.

Manchmal ist ein wenig Abstand auch ganz heilsam. Der Blick weitet sich wieder; dort, wo man sich vielleicht in Details verstrickt hatte, kann man dann wieder das große Ganze sehen. Und mit eben diesem Abstand sieht man oft auch klarer.  Man wurschtelt oft so vor sich hin und glaubt irgendwann, dass das alles so sein muss. Als wäre man Situationen ausgeliefert und man müsste wie Sisyphos jeden Tag aufs Neue den Stein den Berg hochschuften.

Aber hey, neue Info, krasser Scheiß: Muss man gar nicht.

Mein Problem ist oft, dass ich zu viel quatsche. Ja, Du kennst das von mir ;-), aber hier geht es nicht um meinen allgemein ausgeprägten Redebedarf, sondern darum, dass ich mir angewöhnt habe, meinen Kopf mit zu vielen Meinungen und fremden Ratschlägen zuzukacken. Da, wo irgendwann vielleicht mal mein ureigener Impuls war, meine Intuition, mein Bauchgefühl, mein Instinkt, prasseln plötzlich tausend Stimmen auf mich ein: „So musst du das machen…. so macht man das… so sollte es sein… ich merke schon lange, dass du das nicht willst… Du willst doch eigentlich… das entspricht dir nicht…  du musst jetzt aber echt langsam mal…“. Ich nehme das gar niemandem übel, ich habe aus Verunsicherung heraus ja oft gefragt und vieles ist richtig, aber weißt Du, was am Ende Tatsache ist: Es fickt deinen Kopf. Du rennst erst nach links, dann nach rechts, dann versuchst du dein Tempo zu drosseln, dann dich zu beeilen. Du hältst nie inne, um mal zu hören, was als Wahrheit denn eigentlich in deinem Kern schon lange geschrieben steht. All diese Themen, die angeblich so drängen und zu denen jeder was zu sagen hat, vermischen sich zu einem Brei und am Ende bist du noch unsicherer als vorher und zweifelst an deiner Person. Und das ist nie ein guter Stand, wenn du nicht mehr sicher bist, wer du eigentlich bist. Dann strauchelt man und verliert die Energie, das Strahlen, den Flow…

Man muss erst wieder in seine Kraft kommen, ins Schaffen, ins Kreieren, dann weiß man, was vielleicht bremst und wo der Weg lang geht. Und wenn deine Energie dafür fehlt, sieh hin, was oder wer sie dir raubt. Und sei offen dafür, wenn ungewohnte Settings dir wieder zeigen, wer du bist und wo du hingehörst.

Und den Rest lass los. Und hab den Mut, dabei auch mal nicht ewig lächelnd freundlich und nett zu sein. Sag der alten Freundin, die dich fast täglich mit nervigen WhatsApp bombardiert, sie soll dich einfach in Ruhe lassen und das ihr schon lange keine Gemeinsamkeiten mehr teilt. Hau ruhig mal raus, das der Kumpel, der immer nur rum jammert und negative Energie verbreitet,  dir auf den Sack geht damit. Sag keine Verabredung zu, für die du eigentlich keine Zeit hast. Triff dich nicht mehr mit Leuten, die dir das Gefühl geben, nicht genug zu sein. Geh dahin, wo du lachst, wo du Menschen umarmen willst, wo man dich schätzt und wo du das Gefühl hast, dein Gehirn gebrauchen zu können. Alle anderen können dich mal.

Whatever you lost, wasn’t yours…

In diesem Sinne freue ich mich sehr darauf, wenn wir uns endlich wiedersehen! Lass uns unseren nächsten Trip planen, lass uns über neue Projekte sprechen, lass uns Wein trinken, gut essen und das Leben feiern! Back on track!

Deine Meike

 

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