Leben

Schicht um Schicht.

Liebe Katharina, manchmal fühlt es sich im Leben so an, als ob man sich häuten müsste. Schicht für Schicht trägt man ab, in der Hoffnung, endlich an den eigenen Kern zu gelangen. Ewig hatte man das Gefühl ein Meer aus Zeit zu haben, für alles. Zum Ankommen, Hinsehen, auf den Gipfel stürmen, all die Abgründe durchschreiten, um sie dann zu kennen, für die Wahrhaftigkeit, oder was man dafür eben hält…

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Liebe, ey.

Meine liebe Katha, ich freue mich darauf, dass wir uns diese Woche wiedersehen, schon wieder viel zu lange her… Und ich hoffe, dass Du ein wenig sommerliche Atlantik-Brise mitgebracht hast, die uns weiter den Kopf durchpustet. Hier steht schon der Tee auf dem Stövchen, die Wollsocken sind an den Füßen und das neue „The National“- Album muss man auch hören. Hallo, Herbst. Um mich herum scheint es so, als ob alle, die

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Die Stille nach dem Danach.

Liebe Meike, vor einigen Wochen setzte sich eine Frau zu mir in den ICE in Köln auf dem Weg nach Berlin. Ehrlich gesagt, ist sie mir schon am Bahnsteig aufgefallen. Gut sitzender dunkelblauer Hosenanzug, modischer Kurzhaarschnitt und eine stilvolle Brille. Irgendwie ein bisschen Pariser Chic. Nun ja, es dauerte nicht lange und wir kamen ins Gespräch. Ich kann das schlecht beschreiben, aber manchmal gibt es diese Menschen zu denen man

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Nichtigkeiten.

Meine liebe Katha, wieder rast die Zeit, der Sommer ist schon auf dem Absprung und panisch klammere ich mich an die letzten lauen Nächte und sonnige Morgen. Immer mit der Gewissheit, dass bald wieder so viele Monate Dunkelheit, Regen und Kälte warten. Bah. Es wird Zeit, dass wir unseren Trip planen, um den Winter abzukürzen… Vielleicht ist es der Herbst, der schon seine klammen Finger nach mir ausstreckt, vielleicht auch

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Hm, gute Frage?!

Liebe Meike, eine meiner schwierigsten Übungen ist es Entscheidungen zu treffen. Erst gestern stand ich in einem Geschäft und habe eine halbe Stunde überlegt, ob ich nun das blaue, oder das gelbe Kissen nehme – mit dem Ergebnis dann, dass ich keines der Beiden mitgenommen habe. Nun ja, wenn es nur darum ginge, dass ich in Fragen Dekoeinrichtung nicht weiterkomme. Viel schlimmer ist es aber mit den wirklich wichtigen Fragen.

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Augen auf!

Meine liebe Katha, ich verstehe sehr gut, was Du über die Wegbegleiter schreibst. Manche Menschen fallen irgendwann aus deinem Leben und oft ist man sogar erstaunt, wie wenig die Lücke schmerzt, die sie hinterlassen. Je älter man wird, desto weniger ist man bereit, Kompromisse zu schließen. Vieles lässt sich einfach nicht mehr weg lächeln, Zeit ist zu knapp für Bullshit und uninspirierte Langeweile. Manchmal finden aber auch Umlaufbahnen wieder zusammen,

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Wegbegleiter

Liebe Meike, da saß sie mir gegenüber. Ein verlegenes zur Seite blicken, peinliche Stille. In meinem Kopf ein verzweifeltes Abspulen von Themen. Das kann doch nicht sein. Seit Jahren haben wir uns begleitet, so viel zusammen erlebt, und nun ist es so als ob da eine Fremde ist. Jemand, den man nicht wieder erkennt. War dieser Mensch schon immer so negativ? Und wo ist die Spontanität geblieben? Ein Blick auf

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Nachts.

Liebe Katharina, im Sommer, wenn die Abende lau sind, die Terrasse ruft und man in den Bars vor der Tür den besten Platz hat, ist es Zeit, die Nächte zu feiern. Die wenigen Tage im Jahr müssen genutzt werden. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich selten die bin, die sagt „Danke, ich hab‘ genug, ich hau‘ gleich ab.“. Von mir hört man eher, dass ich morgens um vier dazu anrege,

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Es lebe das Klischee.

Liebe Katha, manchmal, wenn ich uns so betrachte, fällt mir mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf, was wir doch zeitweise für wandelnde Großstadt-Klischees sind. Wann genau ist das passiert, dass man sich wie eine Persiflage seiner selbst aufführt? Der Großteil meines Freundeskreises kann sich davon wohl nicht frei sprechen, aber wer weiß?! Vielleicht sucht man sich auch hier wieder nur, was zu einem passt und man hält seinen

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Vom Fliegen, Stolpern und Tanzen.

Liebe Katha, irgendwie ist der Sommer angekommen, zumindest meistens. Und wir sitzen zusammen auf Bänken in der Abendsonne, im Park am Wasser, auf meiner Terrasse bei Wein in der Dämmerung, und gucken auf das Leben, wie es mal wieder macht, was es will. Es reißt einen mit und schert sich nicht darum, welche Pläne man gerade noch hatte und in welche Richtung es gehen sollte. Gerade Du weißt, von was ich

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